Im Moment sein

Im Moment sein

Eines der wichtigsten Dinge im Leben, die mir Yoga und Fotografie vermitteln, ist im gegenwärtigen Moment zu sein. Oft weile ich mit sorgenvollem Blick in der Zukunft oder mit Ärger über etwas in der Vergangenheit. Wenn es mir jedoch gelingt, mich auf meine Atmung zu konzentrieren und in den jetzigen Moment zu kommen, sind aller Ärger und alle Sorgen verflogen. Beim Fotografieren geht es mir ähnlich. Ich bin voll fokussiert auf das, was gerade passiert. Denn bin ich einen Augenblick unaufmerksam, ist der Moment auch schon wieder vorbei. So wie das Rotkehlchen, das in dem einem Moment noch vor mir sitzt und wenig später ist der Ast bereits leer.

Rotkehlchen im Abflug
Schon ist der Ast leer

Bewegung und Entspannung über die Feiertage

Bewegung und Entspannung über die Feiertage

Egal wo Ihr seid, falls Ihr auf der Suche nach Bewegung und/oder Entspannung seid, freue ich mich, wenn Ihr mit mir zusammen auf die Matte kommt. Die Montagskurse finden weiter statt.

Wenn Ihr Interesse habt, lasse ich Euch gerne den Link zukommen. Schreibt mir einfach.

Kurse vom 21.12.20 bis 3.1.21

Yoga Sutra Kapitel 1

Yoga Sutra Kapitel 1

Vor einiger Zeit hatte ich eine kurze Erläuterung zur Yoga Sutra von Patanjali geschrieben. Hier möchte ich nun auf das erste Kapitel eingehen.

Samadhi Pada

Samadhi bedeutet übersetzt Erleuchtung, Pada Kapitel. Es besteht aus 51 Versen und beginnt mit dem, worum es in der Yoga Sutra geht, Instruktionen über Yoga. Direkt im zweiten Vers folgt die Definition von Yoga „Yogaschitta vrtti nirodhah“.

Dieser Vers ist der wichtigste des Buches. Denn er erklärt, was Yoga eigentlich ist, bzw. wo es hinführen soll. Das bedeutet, es geht darum, die Muster oder auch Bewegungen des Geistes zu reduzieren, nicht den Geist selbst.

Es gibt fünf verschiedenen Zustände des Geistes (Sanskrit: Vrttis). Alle anderen mentalen/geistigen Zustände sind Modifikationen dieser fünf. Diese fünf Zustände sind:

  1. Pramana – richtiges Wissen
    Dieses kann durch drei Quellen erworben werden:
    1. Sinneswahrnehmungen – Kontakt eines Sinnesorgans mit einem Objekt, z.B., wenn wir eine Blume sehen oder riechen, wenn wir jemanden weinen hören usw.
    2. Schlussfolgerung/Rückschluss
    3. Bezeugung
  2. Viparyaya – falsches Wissen, Missverständnis
  3. Vikalpa – unbegründeter Glaube
  4. Nidra – Schlaf, Tiefschlaf
  5. Smriti – Erinnerungen, Erinnerungsvermögen

Es gibt zwei Möglichkeiten mit diese Modifikationen umzugehen, um die Vrttis, die Bewegungen des Geistes zum Stillstand kommen zu lassen, nämlich, Abhyasa und Vairagya.

  1. Abhyasa
    Abhyasa ist die konstante, beharrliche Praxis. Damit ist nicht gemeint etwas für eine bestimmte Zeit zu praktizieren, sondern eine fortlaufende, fest etablierte Praxis.
  2. Vairagya
    Vairagya bedeutet loslassen, nicht anhaften im Sinne von Gleichmut. Dies gilt sowohl für Dinge und Objekte, die man mag, als auch für Dinge, die man nicht mag.

Der Zustand von Samadhi, kann nur erreicht werden, wenn die Vrttis zum Stillstand gekommen sind, also das Eintritt, was Yoga ausmacht „Yogaschitta vrtti nirodhah“.


Literatur

[1] Patanjali, Patanjali: Das Yogasutra : Von der Erkenntnis zur Befreiung. Stuttgart: Theseus Verlag, 2017.
[2] Saraswati, Swami Niranjanananda ; Saraswati, Swami Satyananda: Four Chapters on Freedom : Commentary on the Yoga Sutras of Patanjali. : Yoga Publications Trust, 2002.

Abendspaziergang

Abendspaziergang

Nachdem ich diese Woche zwei Yogakurse über gegeben habe, habe ich gestern meinen freien Abend in der Natur genossen und konnte ein paar schöne Augenblicke einfangen.

Beim Weitergehen konnten wir sehen, wie die Mücken im Sonnenlicht tanzten und ein Auto hinten Staub aufgewirbelt hat.

Auf dem Foto unten seht Ihr ein Pfaffenhütchen im Abendlicht. Pfaffenhütchen gehören zu den einheimischen Stauden und sind besonders wertvoll für unsere Insektenwelt.

Auch die Hagebutten wurden wunderschön angestrahlt.

Zu guter Letzt konnten wir die Länge einer Kuhzunge bewundern. Sie schafft sogar sich damit die Nase zu putzen.

Yoga und Rückenfit Online Kurse

Yoga und Rückenfit Online Kurse

Letzten Montag war es soweit…. Meine ersten Online Kurse sind gestartet. Ich freue mich über das Ganze positive Feedback. Solltet Ihr Interesse haben, ein Einstieg ist jederzeit möglich. Termine und weitere Infos findet Ihr auf der Seite Kurse.

Einen weiteren Termin gibt es demnächst auch beim Hochschulsportzentrum der RWTH Aachen unter Digital Workouts Vol. 2. Ich freue mich schon darauf.

Die Yoga Sutra von Patanjali

Die Yoga Sutra von Patanjali

Einleitung

Die Yoga Sutra von Patanjali ist ein Leitfaden für Yoga. Sie besteht aus vier Kapiteln mit insgesamt 196 Versen.

Sie wurde geschrieben, um den Prozess und die praktischen Methoden, die das Bewusstsein auf höhere Ebenen heben, zu erklären. Es geht darum mehr Weisheit zu erlangen, das Potential des Geistes zu erforschen und schließlich über den Geist hinauszugehen und Befreiung zu erfahren.

Ein zentraler Punkt der Yogasutra ist der achtgliedrige Pfad beginnend mit den Yamas und Niyamas, die jedem Yogapraktizierenden als Wegweiser für das Leben dienen sollten.

Die nächsten 3 Stufen sind die internen Disziplinen, die Samyamas. Sie sind subtiler und feiner als die ersten fünf Stufen und führen schließlich zur Befreiung des Selbst.

Auf die 4 Kapitel

  1. Samadhi Pada – Die Erleuchtung
  2. Sadhana Pada – Die Praxis
  3. Vibhooti Pada – Die Resultate
  4. Kaivalya Pada – Die Befreiung

werde ich in den nächsten Wochen näher eingehen.

Yoga und Prana

Yoga und Prana

Was Yoga ist, habe ich vor kurzem in dem Artikel Was ist Yoga? erklärt. Prana ist die Lebensenergie oder auch Lebenskraft. Prana ist in der Natur in Allem zu finden. Es ist die Essenz allen Lebens.

Das Wort Prana besteht aus den zwei Silben „Pra“ und „Ana“. „Pra“ bedeutet wörtlich „schöpfen“, „zeugen“, „hervorbringen“ und „Ana“ bedeutet „atmen“. So nehmen wir z.B. Prana auf, wenn wir einatmen. Außerdem kann Prana durch Nahrung, Wasser oder Sonnenenergie aufgenommen werden.

Die Yogapraxis dient dazu Prana zu erhöhen. Im ersten Schritt versuchen wir während der Yogapraxis Bewegung und Atmung in Einklang zu bringen und die Atmung möglichst frei fliessen zu lassen. Verändert sich unser Atem und stockt an einer Stelle oder wird gepresst, wissen wir, dass wir etwas verändern müssen. Wenn wir dies aufmerksam beobachten und unsere Bewegung oder Haltung entsprechend anpassen, wird unser Atem zu dem besten und tiefgründigsten Yogalehrer, den wir haben können.

Was ist Meditation? Wie meditiere ich?

Was ist Meditation? Wie meditiere ich?

Für Meditation gibt es verschiedene Beschreibungen. Was heutzutage meist mit Meditation verbunden wird, ist das Stille hinsetzen nichts tuen für eine bestimmte Zeit. Eigentlich ist Meditation (dhyana im Sanskrit) die Fähigkeit sich ohne Ablenkung auf ein Objekt konzentrieren zu können.

tatra pratyayaikatānatā dhyānam

— Patanjali Yogasutra1

Das ist oft leichter gesagt als getan, da unser Geist dazu tendiert zu wandern. Daher gibt es Vorstufen zur Meditation, das zurückziehen der Sinne (pratyahara) und die Konzentration auf ein bestimmtes Objekt oder Bild (dharana).

So entsteht die Meditation aus der Konzentration.


Literatur

  1. Saraswati, Swami Satyananda. Four Chapters on Freedom: Commentary on the Yoga Sutras of Sage Patanjali, Yoga Publications Trust.
  2. Desikachar, . K. V.: The Heart of Yoga – Developing A Personal Practice, Inner Traditions Bear and Company.

Was ist Yoga?

Was ist Yoga?
Kirschblüte
Kirschblüte

Definition

Yoga hat seine Wurzeln in Indien. Der Begriff Yoga kommt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt „jochen, anjochen“. Ziel des Yoga ist den Geist und Körper in einen harmonischen Zustand zu bringen. Doch was bedeutet das?

Für mich bedeutet es, dass mein Geist ruhiger wird und ich glücklicher und zufriedener bin. In der Yogasutra, einem der wichtigsten Texte des Yoga, ist direkt die zweite Sutra diesem ruhiger werden des Geistes gewidmet:

yogaś-citta-vṛtti-nirodhaḥ

Patanjali Yogasutra

Die Praxis

Yoga zu üben, bedeutet, diesem Zustand näher zu kommen. Damit ist Yoga gleichzeitig auch immer eine spirituelle Praxis.

Zur Yogapraxis gehört weit mehr als das Üben von Asanas, den Haltungen, sondern ebenso das rezitieren von Mantras, Pranayama und Meditation. Yogapraxis sollte immer mit Hingabe verbunden sein, sowohl bei der Asanapraxis, als auch in den anderen Bereichen. Die Hingabe und die Verbindung von Bewegung und Atmung, sind das, was die physische Yogapraxis (Asana) von Gymnastik unterscheidet.

Die Asanapraxis führt für mich zu einer freieren Atmung. Dadurch kann Pranayama entstehen. Denn letztendlich ist es der Atem, durch den der Geist ruhiger wird, wodurch Meditation und schließlich Yoga entstehen.